Das Landestheater als funktionierendes Ensemble- und Repertoiretheater für Oberösterreich - das ist sein Kernauftrag. Von seiner künstlerischen Struktur und Kompetenz konnte sich das Landestheater als interessantestes und innovationsfreudigstes österreichisches Theater außerhalb Wiens positionieren. Von seinen räumlichen Möglichkeiten her kann es das nicht immer - aus einem einzigen Grund: Platznot! Dass Kunst in Oberösterreich Maßstäbe setzen kann, hat unser Land in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder bewiesen. Investitionen, auch große bauliche Investitionen, in Kulturprojekte haben sich gelohnt. Sie machen Oberösterreich im Ensemble der Regionen Europas zu etwas Besonderem, Unverwechselbaren. Diese Chance, Maßstäbe zu setzen, hatte das Landestheater bisher nur bedingt. In einem Haus, das vor mehr als 200 Jahren errichtet und zuletzt vor rund 60 Jahren generalsaniert wurde, sind dem künstlersichen Wirken Grenzen gesetzt, kann nicht jedes Werk zur Aufführung gebracht werden, ist der akustische Genuss des Besuchers zu oft nicht der, den man sich ob der international allemal konkurrenzfähigen Leistungen von Sängern und Musikern erwarten dürfte. Die Entscheidung, die es zu treffen galt, hat mit dem Selbstverständnis Oberösterreichs zu tun: will man sich als moderne, zukunftsorientierte Region positionieren, sind Kunst und Kultur wesentliche "weiche" Standortfaktoren, die darüber entscheiden, wie eine Region wahrgenommen wird. Dies gilt sowohl für das Bild nach außen, aber auch für das Selbstverständnis nach innen. Oberösterreich hat sich für den Neubau eines Musiktheaters entschieden und sagt damit Ja zur Zukunftsfähigkeit des Theaters, zur Zukunft von Kunst und Kultur in Oberösterreich, zur Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale. Das neue Musiktheater steht am Beginn einer positiven Kettenreaktion: verbessern sich die Rahmenbedingungen, potenziert sich das Angebot, und die Vielfalt fördert die Nachfrage.
Ein neues Theatererlebnis in einem Haus, das die Möglichkeiten moderner Theater- und Bühnentechnik ausschöpft. Das neue Musiktheater wird daher ein wesentlich erweitertes Programm bieten können: große Opern (Wagner, Puccini, Richard Strauss), Operetten (etwa den "späten" Lehar), internationale Musicals und mehr internationale Gastspiele – ein Angebot, das bisher im „alten Haus“ an der Promenade aufgrund der Rahmenbedingungen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich war.
Ja! Das neue Haus wird alle Facetten des Besucherkomforts bieten: ausreichend Parkplätze in der Tiefgarage mit direktem Zugang ins Foyer, optimale Sicht auf die Bühne, beste Akustik, bequeme Sitzplätze mit ausreichendem Spielraum für lange Beine, ein Foyer mit 60 Meter langer Glasfront zum Volksgarten und vieles mehr. Ein modernes Theaterambiente mit Flair.
Nein. Das Musiktheater bereichert die Theaterlandschaft in Linz und Oberösterreich und wird für Theaterfreunde aller Generationen Neues, Neuartiges bringen. Das gesamte Theaterprogramm wird zukunftsorientiert gestaltet, das Haus zum „Theater des 21. Jahrhunderts“: - Das Angebot im Bereich des Musiktheaters wird auf alle heute verfügbaren Werke des Musiktheaters erweitert, etwa um "große" Opern (z.B. Richard Strauss, Puccini, Wagner), Operetten und um große bzw. internationale Musicals. Die Größe und die Gestaltung von Bühne und Zuschauerraum werden es ermöglichen, traditionelles Theater mit neuen Formen der Umsetzung zu verbinden, etwa mit interaktiven, computeranimierten Bühnenbildern. - Für das Ballett gilt, dass zwei künstlerische Schwerpunkte ermöglicht werden können: Produktionen einer avancierten Ballett-Truppe mit internationaler Reputation sowie die Integration einer traditionellen Ballett-Truppe in Operette und Musical und damit die Förderung junger oberösterreichischer Tänzerinnen und Tänzer. - Der Neubau des Musiktheaters bringt auch für das Schauspiel große Verbesserungen. Das jetzige Große Haus an der Promenade, 200 Jahre lang „Heimat“ der Oper in Linz, wird nach Eröffnung des Neuen Musiktheaters zu einem reinen Schauspielhaus mit rund 500 Sitzplätzen. Die Sparte des Schaupiels „übersiedelt“ damit aus den kleineren Kammerspielen in ein großes Schauspielhaus. - Kinder und Jugendliche sind eine besondere Zielgruppe der Theaterarbeit – sie profitieren doppelt. Im Neuen Musiktheater werden Kinderopern und Kindermusicals einen prominenten Platz haben. Und als „Heimstätte“ des Theaters für junges Publikum wird der Theaterkeller im Ursulinenhof ausgedient haben, wenn diese jüngste Sparte in die Kammerspiele wechselt und dort bis zu viermal mehr Kinder begeistern kann als bisher.
Mit dem Musiktheater nützen das Land Oberösterreich und die Stadt Linz die einmalige Chance, der derzeit nach Süden hin offenen innerstädtischen Achse einen Abschluss zu geben. Der Brückenkopf und der Hauptplatz am nördlichen Ende der Nord-Süd-Achse erhalten mit dem Neuen Musiktheater am Volksgarten künftig ein Gegengewicht. Zudem liegt das Musiktheater auch an der wohl wichtigsten innerstädtischen Ost-West-Achse - mit dem neuen Wissensturm, dem Hauptbahnhof, dem Terminal Tower, dem Landesdienstleistungszentrum, dem Energie AG Tower bis hin zum ORF-Landesstudio und dem Design Center am Europaplatz. Das Musiktheater liegt somit am Gelenkpunkt zwischen Ost-West- und Nord-Süd-Achse. Als Anziehungspunkt soll es das gesamte Viertel rund um die Blumau aufwerten. Da die beiden Achsen zu den am stärksten befahrenen Verkehrsadern der Stadt zählen, ist dies auch Voraussetzung, dass das Musiktheater an diesem Standort zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt, einer „landmark“ werden kann. Der Standort ist also städtebaulich reizvoll und belebt sein Umfeld – er hat aber auch ökologische Stärken: die Verkehrswege ziehen zukünftig an der Rückseite des Gebäude vorbei. Der Eingangsbereich, der sich so lichtdurchflutend zum Volksgarten hin öffnet, bleibt Ruhezone. Das Theater rückt an den Volksgarten, ohne in den Garten nur einzudringen. Der Volksgarten erhält ebenso eine neue, zusätzliche Bedeutung. Er wird zum Vorplatz des Theaters, zum Pausenraum für Besucher, zum Erholungsraum für Künstler – im Gegenzug wird das Theater zur Kulisse für den Volksgarten, etwa für den historischen Christkindl-Markt. Theater und Volksgarten beleben sich wechselseitig.
Die international besetzte Architekten-Jury unter dem Vorsitz des Vorarlberger Architekten Carlo Baumschlager hat sich unter 197 eingereichten Projekten deshalb für jenes von Terry Pawson entschieden, weil es mit großer Umsicht auf die Gegebenheiten des Ortes an der Blumau bzw. am Volksgarten eingeht. Es verwandelt die Herausforderungen des schwierigen Bauplatzes in ein sowohl städtebaulich als auch architektonisch schlüssiges Konzept. Der Bau bleibt, der Größe des Musiktheaters zum Trotz, im Maßstab der Umgebung. Insbesondere die Anbindung des Theaters an die Stadt ist gut gelungen – begeistert war die Jury vom Entwurf des Foyers mit dem schönen Ausblick auf den Volksgarten und auf die Landstraße. Der künftige Eingangsbereich des Musiktheaters präsentiert sich wie eine Loggia zum Volksgarten und erreicht damit eine besondere Aufwertung für diesen wichtigen grünen Außenraum. Insgesamt lässt das Siegerprojekt in den Augen der Jury ein auch im internationalen Kontext bemerkenswertes Musiktheater erwarten.
Das Musiktheater wird im Großen Saal im Repertoirebetrieb rund 970 Plätze bieten, mit Zusatzbestuhlungen für Sonderveranstaltungen bis zu 1.200 Plätze. Auf sieben Geschossen (zwei davon unterirdisch) werden Zuschauerraum und Bühne des Musiktheaters, eine Studiobühne für ca. 200 Besucherinnen und Besucher und sämtliche Probenräume des Theaterbetriebes, weiters sämtliche Probensäle und sonstige Räumlichkeiten des Bruckner Orchesters sowie die neuen Theaterwerkstätten und der Theaterfundus untergebracht sein. Der Gebäudekörper ist 26 Meter hoch, der Bühnenturm an seiner Spitze 37 Meter. Es misst in der Länge 162 Meter und ist am breitesten Punkt 82 Meter breit. Die Glasfront zum Volksgarten ist 60 Meter lang und zehn Meter hoch.
Die Tiefgarage unter dem Musiktheater bietet Platz für rund 300 PKW.
Die Architekturplanung für die Ausführung des Openhauses hat das Büro ArchitekturConsult aus Graz (AC) übernommen. AC hat unter anderem die Sanierung des Ronacher in Wien sowie in Graz nach dem Entwurf eines ebenfalls britischen Architekten das Kunsthaus geplant. Im Bereich von Großbauten hat AC – gemeinsam mit „coop himmelb(l)au“ - die bisherige Planung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt mitbetreut.
Der bisherige Generalplaner, Terry Pawson Architects aus London, soll mit AC zusammenarbeiten und das Projekt weiterhin beratend begleiten. „Terry Pawson Architects“ sind ein Architekturbüro mit Sitz in London. Terry Pawson hat sich auf Kulturbauten spezialisiert. Zu seinen Projekten zählt unter anderem der neue Eingangsbereich in die Earth Galleries im National History Museum in London. Unterstützt wird die Architekturplanung zudem durch das Linzer Büro Dworschak - Mühlbachler.
Hinter dem neuen Theater stehen das Land Oberösterreich und die Stadt Linz. Das Land Oberösterreich hat im Dezember 2008 einen Finanzierungsrahmen von 150 Mio. Euro (zzgl. Indexierung und Finanzierungskosten) beschlossen, davon kommen rund 36 Mio. Euro von der Stadt Linz.
Weiters soll auch der Bund einen Beitrag zur Finanzierung leisten. Ein wesentlicher Teil der Kosten soll zudem von privaten Unterstützern und Wirtschaftsunternehmen kommen. Dazu hat sich 2006 der „Verein zur Förderung des Musiktheaters“ gegründet, in dem sich die wichtigsten Unternehmen des Landes für das neue Haus engagieren.
Die erste Premiere im neuen Opernhaus soll in der Spielzeit 2012/2013 stattfinden.
Nein. Die Straßenbahn wird nicht verschoben. Das Projekt sieht vor, das Niveau des Theatervorplatzes im oberen Eingangsbereich anzuheben, wodurch die Öffnung des Tunnels rein optisch in Richtung der Landstraße rücken kann. Tatsächlich handelt es sich dabei um so etwas wie einen architektonischen Trick, der großen Effekt hat, ohne dass Schienen oder Gleiskörper der Mini-U-Bahn anzutasten oder gar zu verlegen wären.
Einsatzfahrzeuge sollen auch künftig über die Wiener Straße und die Landstraße schnellstmöglich im innerstädtischen Bereich sein können, wenn’s denn einmal brennt. Dies wird dadurch gewährleistet, dass die Kurvenradien an den Kreuzungen rund um das Theater so ausgeführt sind, dass die großen Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr zügig um das Musiktheater herumfahren können.
Das neue Musiktheater ist, auch was die Anbindung an den öffentlichen Verkehr betrifft, eines der am besten erschlossenen Theater. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum neuen Linzer Hauptbahnhof, einem der zentralen Bahnknotenpunkte Österreichs. Mit der Straßenbahn ist es durch die Haltestelle unproblematisch zu erreichen und kann auch von Bussen (Bus-Parkplätze sind vorgesehen) leicht angefahren werden. In der Tiefgarage stehen rund 300 Plätze für PKWs zur Verfügung, dazu sind Taxistandplätze unmittelbar beim Theater geplant.
Terry Pawson hat das neue Musiktheater als Gelenkpunkt zwischen Landstraße und Bahnhof geplant, der darüber hinaus den Volksgarten integriert. Das war einer der Gründe, warum sich die internationale Architektenjury für sein Projekt entschieden hat. Mit dem neuen Musiktheater entsteht ein neuer, zweiter "Hauptplatz" für Linz. Durch seine Lage ist das Musiktheater Bestandteil des "modernen Linz" zwischen Design Center und "Wissensturm", ist Drehscheibe zwischen Kultur und Verwaltung. Für die Anrainer bietet der Bau viele Vorteile: sie wohnen nach der Fertigstellung nicht mehr an einer lauten, unruhigen Hauptverkehrsachse, sondern in einem neuen, attraktiven Stadtviertel. Durch das Landes-Dienstleistungszentrum, den neuen Bahnhof, den "Wissensturm", das neue Finanzgebäude und den Energie-AG-Tower kommen mehr Menschen denn je in dieses Gebiet, und das den ganzen Tag über. Das bringt auch für die Wirtschaftstreibenden zusätzliche Chancen. Der Volksgarten wird mit dem neuen Musiktheater neu gestaltet, das Foyer des Hauses soll ganztags offen stehen. Somit entsteht an der Blumau ein besonderer Ort der Erholung mitten in Linz.
Musiktheater und Volksgarten gehören zusammen. Terry Pawson hat beide als Einheit geplant. Dieser Ansatz hat auch die internationale Architektenjury überzeugt. Er zeichnet das Projekt von Terry Pawson in besonderer Weise aus. Der Volksgarten bleibt daher selbstverständlich bestehen, wird aber mit dem Bau des Musiktheaters völlig neu gestaltet. Die Eingriffe werden allerdings so sparsam wie möglich gesetzt. Ziel ist es ein einzigartiges Ambiente eines "Opernhauses am Volkgarten" zu schaffen. Der Volksgarten wird durch das neue Musiktheater wesentlich attraktiver. Er wird nicht nur zum städtischen Vorplatz des neuen Theaters, sondern viel mehr ein grünes Zentrum für das umliegende Stadtviertel nördlich und südlich der Bundesbahn.
Ja, selbstverständlich. Es wird ganztägig geöffnet sein und somit ein Treffpunkt, nicht nur für Musiktheatergäste - ein offenes, einladendes "Theaterfoyer im Grünen".
Es bleibt bestehen und zwar als "Schauspielhaus an der Promenade". Linz bekommt dadurch, wie vergleichbare Städte auch, zwei Theaterhäuser unter dem gemeinsamen Dach des Landestheaters: die Oper am Volksgarten und das Schauspielhaus an der Promenade. Die beiden dezentralen Spielstätten u\hof und Eisenhand werden dann jedoch aufgelassen. Insgesamt wird das Landestheater der Zukunft über drei große Bühnen und eine Probebühne verfügen: das Musiktheater, in dem auch eine Probebühne vorgesehen ist, das Schauspielhaus (im derzeitigen Großen Haus) und das Theater für junges Publikum in den derzeitigen Kammerspielen.
Ja, und zwar als weitere Spielstätte. Das Landestheater der Zukunft wird drei Bühnen haben: die Oper am Volksgarten, das neben der Hauptbühne auch über eine Probebühne verfügt, das Schauspielhaus an der Promenade (im derzeitigen Großen Haus) und das Theater für junges Publikum in den derzeitigen Kammerspielen.
